1925-1938

Der Anfang: 1925

England ist das Mutterland des Fußballs, das Handballspiel hat in Deutschland seine Geburtsstätte.

Anfang der 20er Jahre wurde in vielen Vereinen unserer näheren Umgebung das Raffballspiel von der neuen Sportart Handball verdrängt. In unserem Verein entschloss man sich erst etwas später zu einer Umstellung, denn unsere Raffballer spielten äußerst erfolgreich. Im Jahre 1925 kämpften sie in Nürnberg um die Süddeutsche Meisterschaft

Doch die Entwicklung ließ sich auch bei uns nicht aufhalten. Im Frühjahr 1926 konnte der damalige Spielleiter Philipp Ströbel die erste Handballmannschaft unseres Vereins melden. Neben einer allgemeinen Empfehlung des badischen Turnerbundes dürfte vor allem die Nähe der Gegner ausschlaggebend für diesen Wechsel gewesen sein, denn in Laudenbach und in Weinheim spielte man zu diesem Zeitpunkt bereits Handball.

In der nächsten Zeit werden diese historischen Daten des TV Hemsbach nach und nach hier wieder zur Verfügung stehen. Dazu ist noch einige Arbeit erforderlich, es wird um Verständnis gebeten.

Raffball im Jahre 1925 (v.l.n.r.)

Hinten: Philipp Ströbel, Adam Jung, Ernst Bruder, Walter Leib, Gustav Ehret, Konrad Jung, Heinrich Nischwitz, Hermann Halblaub, Erich Hartmann, Hermann Helwig, Karl Thron, Hermann Ehret, Reinhard Ehret

Mitte: Rudolf Halblaub, Hermann Habermaier, Fritz Nischwitz, Philipp Jung, Edmund Habermaier, Alfred Drexler

Vorne: Wilhelm Habermaier, Wilhelm Friedenauer

Doch gerade die altbewährten Raffballer mussten bald einsehen, dass die neue Sportart andere Ansprüche an die Spieler stellte. Der Ball war größer und das Tor hatte die gleichen Ausmaße wie ein Fußballtor, was besonders für den Torwart ungewohnt war.

So wurden die Lehrlingsjahre mit wechselndem Erfolg durchlaufen, und erst im Jahre 1932 berichtet die Chronik von einer Meisterschaft der Handballer in der Sonderklasse mit folgenden Spielern: Karl Edam, Wilhelm Habermaier, Walter Leib, Edmund Habermaier, Fritz Nischwitz, Konrad Lerch, Heinrich Nischwitz, Walter Nischwitz, Werner Hirth, Reinhard Ehret, Rudolf Rettig, Adolf Bürner und Tobias Ehret

Das Dritte Reich brachte bekanntlich für unseren Verein das Ende, und auch die Handballmannschaft musste den Spielbetrieb einstellen. Nach der Neugründung lebte auch die Handballabteilung wieder auf und bestritt bereits im Jahre 1934 wieder Spiele gegen die Nachbarvereine Weinheim, Laudenbach und Sulzbach. Doch diese neue Initiative erlosch schon Ende 1934, die Mannschaft musste abgemeldet werden, weil nicht mehr genügend Spieler vorhanden waren. Gegen Ende des Jahres 1935 zeichnete sich ein Neubeginn ab, als es gelang, eine Jugendmannschaft zu bilden. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wuchs die Mannschaft zu einer schlagkräftigen Einheit zusammen, die nach anfänglichen Misserfolgen später auch gegen namhafte Gegner bestehen konnte.

Stellvertretend für alle anderen seien die Namen einiger Spieler der damaligen Zeit, besonders unseren älteren Vereinsmitgliedern ins Gedächtnis zurückgerufen: Karl Weidenhammer, Otto Geiger, Erich Dolch, Heinrich Schröder, Konrad Lerch, Eduard Fink, Werner Ströbel, Wilhelm Fink, Philipp Fuhr, Kurt Rüth, Bernhard Rüth, Karl Beyer, Helmut Weis und Helmut Eck. Viele von ihnen verloren im Zweiten Weltkrieg ihr Leben oder kehrten vom Kriege gezeichnet in die Heimat zurück.